IOWA

Mittwoch, 14.09.2016

Bevor ich diesen Eintrag offziell beginne eine kleine Info: wem es noch nicht aufgefallen ist, die Titel meiner Einträge basieren more or less loosely auf realen Songtiteln:

1) Lessons Learned von Carrie Underwood (ein wunderschöner Country-Pop-Song)

2) Kings Of The Road von R. Miller (ebenfalls Country, aber diesmal so richtig)

3) Let's Talk About Sex von Salt-N-Pepa (well, 90er Hip-Hop eben)

4) American Pie von Don McLean (eigentlich durch Madonna im 21. Jahrhundert nochmal richtig groß gemacht ist der Original-Song doch so, so viel besser! Obwohl ich beim Titel des Artikels eher an den Apple Pie im respective Film denken musste tongue-out)

5) Iowa von Slipknot (welche ein ganzes Album nach diesem grandiosen Staat benannt haben; den Grund dafür kann man sich wohl denken)

In Zukunft dürft ihr dann selbst rätseln, welche Songs den Titeln meiner Blogeinträge zu Grunde liegen. Viel Spaß dabei!

 

Natürlich ist es schwer die letzten 4 Wochen, die ich nun hier in Indianola verbracht habe in einen Eintrag zu packen. Zuerst einmal kann ich sagen, dass wir das Essensproblem etwas kleiner gemacht haben, indem wir nicht mehr in der Cafeteria sondern in einem Imbiss im Campus-Center essen. Dort gibt es verschiedene Suppen, Sandwiches, Wraps und Salate. Außerdem versuchen wir immer mal wieder gesund zu frühstücken und seit letzter Woche gehen wir auch enigermaßen regelmäßig in die campuseigene Gym. Außerdem lädt der wunderschöne Campus hier auch toll zum Joggen ein. Ich in ja so stolz auf uns! smile

Das 'wir' von welchem ich die ganze Zeit rede sind meine beiden Mitbewohnerinnen / Kolleginnen und ich; denn zusammen mit Jazmin aus Mexiko und Steffie aus Frankreich bilde ich das Foreign Language Teaching Assistant Team des Simpson College. Mit diesen beiden habe ich einen riesigen Glücksgriff getan. Sie sind beide super lieb, unterstützend, hilfreich und wir verstehen uns einfach nur super. Zusammen haben wir unglaublich viel Spaß und erleben unzählbar viele lustige Momente - das kann auch mal soweit gehen, dass Jazmin vor lachen beinahe erstickt laughing

Gleich nach unserer Ankunft wurden wir auch der Gruppe internationaler Studierender, die hier am Simpson College für 1 oder mehrere Jahre studieren, vorgestellt. Mit diesen haben wir schon einige Ausflüge gemacht und viel Programm geplant. Schon am ersten Wochenende hier ging es in den nahegelegenen Lake Ahquabi State Park, wo wir gemeinsam den Sonnenuntergang genießen durften. Auch nach Des Moines haben wir einen kleinen Ausflug gemacht und nach einem kurzen Besuch des Sculpture Park eine der Malls unsicher gemacht. Logischerweise sind auch die Bars in Indianola (ja das gibt es hier) nicht von uns verschont worden. Alles in allem haben wir hier also eine ganze Menge Spaß und genießen unsere tolle Zeit hier. By the way: obwohl es Ende September ist und in Deutschland heute circa 10°C hatte.... ist es hier noch super schön und warm - heute hatten wir 28°C und ich habe vorhin auf dem Balkon den Abend ausklingen lassen.tongue-out

 

American Pie oder Let's Talk About Food, Baby...

Freitag, 09.09.2016

Hallo meine Lieben,

nun bin ich schon seit knapp vier Wochen hier in den USA und habe mich eigentlich ganz gut eingelebt. Nach einer abenteuerlichen Anreise kam ich Sonntag vor 3 Wochen endlich hier in Iowa an und wurde freundlich von meiner Deutsch-Kollegin am Flughafen empfangen. Nach einer hektischen Auspack-Aktion ging es dann zu Wal-mart, wo direkt der erste und allergrößte Kulturschock auf mich wartete:

DAS ESSEN.

Ich dachte, ich hätte eine Vorstellung von dem was auf mich zukäme... ich hatte ja einige Warnungen erhalten. Aber wahrscheinlich kann man sich das einfach gar nicht vorstellen, wenn man aus einem Land kommt, in welchem gesundes Essen erschwinglich und erstrebenswert ist. Hier im Supermarkt gibt es ganze Regalreihen voller riesiger Chips-Tüten (welche alle relativ günstig sind), instant oatmeal (oatmeal = AmE für porridge = Haferbrei) oder Cookies; die Obst- und Gemüseabteilung ist dagegen sehr klein geraten und dort will man sich auch nicht sonderlich lange aufhalten, wenn der Apfel $1,50 und das Schälchen Erdbeeren $6 kostet. Zu dem Zeitpunkt schätzte ich mich noch glücklich einen Full Meal Plan zu haben, das heißt jeden Tag drei Mahlzeiten in der Mensa des Colleges zu mir nehmen zu dürfen.... obviously, I was mistaken. Ob man das Essen hier wirklich 'Mensa-Essen' küren kann, weiß ich nicht. Zum Frühstück hat man eine Auswahl an verschiedenen Cereal-Sorten (Müsli kann man das ganze Zeug von Cheerios über Frootloops nicht nennen), Rührei, Ananans-Bacon (= gesüßtes Kunstfleisch) und Weißbrot. Es gibt auch Bananen und Äpfel... -.- ach und in Amerika wird grundsätzlich alles mit dem allzu bekannten Sprühfett (Fett aus der Sprühdose) gebraten, das einen sehr netten, chemischen Geschmack hat; da ist das Rührei gleich doppelt so gut. Zum Lunch kann man zwischen Burgern, Pizza, Sandwiches und Tacos wählen; für Vegetarier gibt es ein Taco-Filling; das können diese sich dann jeden Tag kredenzen. Dinner ist wie Lunch nur ohne Sandwiches. (wer's nicht bemerkt hat, in diesem Absatz steckt einiges an Ironie)...

Nach meiner ersten Woche hier hatte ich das Gefühl, dass ich am besten einfach aufhören sollte zu essen, weil es nicht nur offensichtlich ungesund ist, sondern auch noch richtig besch* schmeckt. Als wir an unserem ersten Wochenende hier zu unserer Gastfamilie (wir Teaching Assistants am Simpson College genießen ein Privileg, das andere Colleges nicht bieten: wir haben eine Gastfamilie, die sich um uns kümmert, mit uns Ausflüge macht, uns zu sich nach Hause einlädt etc.) eingeladen waren und unsere Gastmutter kochte...<3... ich habe mich noch NIE so sehr über Essen gefreut. Ich hätte beinahe angefangen zu weinen, mit meinen gefüllten Paprika, meinem Schälchen Salat - frischem Salat - und meinem Glas kalifornischen Rotweins. Der Abschluss dieses tollen Abends im Hot Tub (=Whirlpool) unserer Gastfamilie war dann natürlich the cherry on the cake! Dieses erste Wochenende hat wirklich meine Laune wieder aus dem Keller geholt und ich wollte um keinen Preis auf Sharon, Brian und ihre beiden Söhne verzichten!

Natürlich gibt es hier auch ganz viele wundervolle Dinge, von welchen ich euch in Zukunft mehr erzählen werden.

<3 <3 <3

P.s.: Ja, natürlich gibt es im Wal-mart auch die obligatorische Waffenabteilung; von Handwaffe über Pumpgun kann man dort alles kaufen, auch Pfeil und Bogen und alles mit passender Munition. Falls man Hilfe bei der Auswahl benötigt, steht einem natürlich auch ein netter Wal-mart Mitarbeiter zur Seite. (--> Bilder werden folgen)

Queens Of The Road

Sonntag, 21.08.2016

Hey guys,

das ist bereits mein zweiter Eintrag. Momentan sitze ich am Flughafen in Charlotte und warte auf meinen Anschlussflug nach Des Moines, wohin ich eigentlich gestern schon fliegen sollte - das schlechte Wetter in Chicago hat mir da leider einen sehr großen Strich durch die Rechnung gemacht. Nachdem ich nämlich 3/4 des Tages am Flughafen in Syracuse sitzen durfte, weil mein Flug immer weiter nach hinten verschoben wurde, konnte ich dann nachmittags den Flughafen wieder verlassen und noch für eine Nacht in ein Hotel einchecken. Zumindest läuft heute alles nach Plan und ich fliege sogar in der ersten Klasse :-).

Bäume und Schaukelstühle im Flughafen Charlotte

Um nun zum eigentlichen Thema zu kommen: nachdem am Donnerstag unsere Orientation (bei welcher wir - wir ihr weiter unten lesen könnt - schon sehr viel gelernt haben) zu Ende ging, begaben sich Elisabeth aus Greifswald, Anna aus Dresden und ich auf einen kleinen (für die Amis seeehr kleinen)) Roadtrip zu den Niagara Falls. Erste Erkenntnis dabei war, dass Amerikaner nicht Auto fahren können... schrecklich! Nach circa 3 Stunden nervenaufreibender Fahrt kamen wir dann endlich an. Wir begaben uns dann auf eine kleine (für die Amis grooooße) Wanderung an den Horseshoe Falls und dem respective Fluss entlang. An einer Stelle war der Zaun zur Seite gebogen, und wir konnten sogar mit den Füßen ins Wasser. Danach ruhten wir uns erst mal ein bisschen auf der angrenzenden Wiese aus und hatten dezent was zum Lachen, als ein Security Guard ein Pärchen, das auch ins Wasser gewatet war, ziemlich zusammenfuhr, weil das doch viel zu gefährlich sei :-D. Wir blieben ganz unauffällig sitzen..... Auch die American und die Bridal Veil Falls konnten wir uns anschauen. Die Schönheit dieser Naturgewalt ist einfach unglaublich faszinierend. Zum Abschluss mussten wir uns natürlich auch noch eine der Tourist Attractions unterziehen. 17 Dollar sind zwar super viel Geld, aber das 'Cave of the Winds' fand ich persönlich deutlich lohnenswerter als Bootchen fahren, was über 18 Dollar kostet und was ich das letzte Mal gemacht hatte. Wir konnten unten an den Falls entlang laufen, uns nass spritzen lassen (was super praktisch war, denn es hatte circa 90°F und es war super sonnig). Ich würde jeder Zeit wieder zu den Falls fahren; sie sind einfach ihren Ruf wert!

Trip to Niagara Falls

Für die Nacht hatten wir uns dann ein günstiges Motel gebucht. Dieses war genau wie in amerikanischen Filmen; die Zimmer waren in einer U-Form angeordnet und total heruntergekommen. Wenn man sich ins Bett legte, dann streifte man fast am Boden, so weich war die Matratze. Am Abend aßen wir dann unser Dinner in einem typischen amerikanischen Diner, was super lustig war, weil wir uns so richtig wie Touristen benahmen. Wir setzten uns einfach und ließen uns keinen Platz zuteilen (das macht man eigentlich nicht), außerdem wurden wir mal wieder schräg angeschaut, als wir 'bottled water' ohne Eis bestellten; die Amis kapieren irgendwie nicht, dass ihr Leitungswasser schrecklich schmeckt und auch schrecklich ungesund sein muss, so viel Chlor wie sich darin befindet.... Als der Kellner dann die Rechnung brachte, blieben wir noch weitere 30 Minuten sitzen, weil uns nicht klar war, dass er nicht zum abkassieren kommen würde. Irgendwann wurde ihm dann bewusst, dass wir dies wahrscheinlich nicht wissen und er bat uns am Cashier Counter zu zahlen. Voll blamiert einfach! Germans in the US - tourists on fleek!

Am Freitag Morgen ging es dann zurück nach Syracuse, wo wir unsere letzte Nacht vor unserer Reise an die Colleges verbrachten / verbringen sollten. Das hat - wie ihr nun wisst - nicht so gut geklappt, denn fliegen in den USA ist wie Bahn fahren in Deutschland. Es ist keine große Besonderheit, dass so circa alles Verspätung hat und, dass öfter auch mal Flüge gecancelled werden. Zum Glück steige ich gleich vorerst in das letzte Flugzeug. Sobald ich am College angekommen bin und mein Internet funktioniert, werde ich mich wieder melden.

Lessons Learned (In America)

Donnerstag, 18.08.2016

Endlich! Nach nun 6 Tagen in den USA finde ich - finally - die Zeit einen Eintrag zu verfassen. Denn... seit meinem Abflug in Frankfurt am Sonntag ist dies der erste Nachmittag, welcher mir frei zur Verfügung steht. Die restliche Zeit war verplant mit meiner Anreise, meiner Summer Orientation und einem Road Trip zu den Niagara Falls (lucky me!). Während dieser ganzen Zeit habe ich bereits super viel gelernt - so viel zum Thema 'cultural exchange'^^:

1) Kontrolliere immer mehrmals - am besten alle 5 Minuten - auf der Anzeigetafel am Flughafen, ob sich eventuell dein Gate geändert hat, denn - im Gegensatz zur Deutschen Bahn - sagt am Flughafen niemand eine Änderung durch und letztendlich kann es passieren, dass man dann zwei Minuten vor Abflug aufgerufen wird und zum richtigen Gate sprinten muss (yop, I nearly missed my flght to Chicago; was the last one to board the plane; a first for me....).

2) Reise NIE, NIE, NIEMALS über Chicago-O'Hare in die USA ein, denn 2 Stunden Schlange stehen an der Einreisekontrolle sind dort keine Besonderheit. Und ja, meistens hat man nur circa 2h um seinen Anschlussflug zu erreichen (yes, nearly missed my flight to Syracuse, too).

3) Wundere dich nicht, wenn in den amerikanischen Toiletten das Wasser bis zur Mitte steht. Nein, sie sind nicht alle verstopft. Amerikaner kennen keine Klobürsten. Deshalb ist der Wasserspiegel so hoch, dass nichts 'hängen' bleiben kann :-D.

4) Trage in den USA im Sommer immer mindestens 3 Schichten: Top, Shirt, Pullover. Während es draußen ungefähr 90°F (~32°C) hat, bekommt man bei einer Innentemperatur von ungefähr 65°F (~18°C) Eiszapfen an jeglichen Extremitäten. Air conditioners are an essential part of America!

5) Du wirst Im Restaurant immer der sein, der eine Extrawurst benötigt; Ja, man muss als Deutscher in den USA 'bottled water' trinken, bei der Menge an Chlor im 'tap water' dreht es einem nämlich den Magen um. Und nein, der amerikanische Kellner wird nicht verstehen, warum du weder das tolle 'tap water' noch Eiswürfel in deinem Getränk möchtest, denn das ist doch total normal :-D.

6) In Amerika lernst du pünktlih zu sein, denn 'on time' bedeutet nicht 'on time'; es bedeutet 'ten minutes early'.

7) Sei nicht überrascht: Gegensätze sind ein fester Bestandteil der amerikanischen Kultur (nicht nur Innen- vs. Außentemperatur). Während in jeglichen Medien Offenheit und Toleranz gepredigt werden, verhalten sich dann doch nur die wenigsten diesen Notions entsprechend. Auch sonst sagen amerikanische Staatsbürger gerne etwas, aber verhalten sich genau dem Gegenteil entsprechend.

8) Fühle dich geliebt. Ja, die amerikanische Höflichkeit ist nicht immer echt. Aber trotzdem sind Amerikaner deutlich, deutlich hilfsbereiter und offener als Deutsche.

9) Always, always, always tip! Es ist vollkommen normal, in einem amerikanischen Restaurant (ja, auch Subway gilt hier als Restaurant) Trinkgeld zu geben. 10-20 Prozent werden ERWARTET, ob vom Taxifahrer, dem Zimmerservice, der Bedienung oder dem Kassierer im Schnellrestaurant.

10) Wundere dich nie wieder, dass Amerikaner ihren Führerschein quasi geschenkt bekommen. Sobald du ein Mal auf einem Freeway Auto gefahren bist, wirst du dir wünschen lieber jeden Tag einen Road Trip durch Rom zu machen.

11) In einem amerikanischen Diner solltest du dich nicht einfach selbst setzen. Der Kellner bringt dich auch dort an deinen Platz. Außerdem ist es nötig, dass du nach Erhalt der Rechnung selbst an die Kasse gehst um dort zu bezahlen. Der Kellner wird dich auf jeden Fall nicht abkassieren.

12) Wenn du einen amerikanischen Campus siehst, wirst du verstehen, warum es so teuer ist in den USA zu studieren.

Sicherlich habe ich in dieser Woche noch so viel mehr gelernt, aber das sind wohl die eindrucksvollsten Erlebnisse gewesen. Bald wird es Neues geben, denn morgen geht es endlich nach Iowa <3 (natürlich auch wieder über Chicago-O'Hare^^)